Dschungelcamp an der Datumsgrenze

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Suse
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Suse » 05 Jul 2019 13:50

Pico hat geschrieben:
02 Jul 2019 20:40


Ich wünche euch noch viel Erfolg beim Ankommen in der hiesigen Welt - oder vielleicht auch gerade nicht, um dann rechtzeitig wieder dorthin verschwinden zu können?!?
Mir graut ja ehrlich gesagt jetzt schon vor dem Tag 2020, an dem wir dann dort abgeholt werden. Denn ein drittes Mal in Serie werden wir das nicht machen können. Dieses Jahr war es nicht so schlimm, weil wir zu dem Zeitpunkt schon längst entschieden hatten, daß das direkt wiederholt werden muß. :D
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Suse » 05 Jul 2019 13:59

blueshark hat geschrieben:
02 Jul 2019 08:55
Danke Euch für den tollen Reisebericht,

eine super interessante Sache die ihr da gemacht habt.... :)
Da Ihr trotz aller Widrigkeiten - (wir hatten es ja auch schon eher Basic...aber der Bungalow im Gefängniszellenlook..das ist ja fast nicht zu toppen... :shock: ..ein wahres Wohlfühlparadies... :D ) das ganze wiederholen wollt.....muß die Atmosphäre auf eurer Privatinsel ja eine ganz besondere gewesen sein. Ihr hattet ja öfters nicht das beste Wetter...würdet Ihr das nächste mal eine andere Reisezeit wählen ??

LG blue
Ich glaube, daß man, genau wie auf den Seychellen, inzwischen nicht mehr sicher sein kann, daß das Wetter zu einer bestimmten Zeit wirklich stabil so ist, wie es sein sollte. Wenn das man überhaupt jemals so war. :wink:
Wir haben uns aus anderen Gründen für die kommende Reise für eine andere Zeit entschieden, wir haben versucht, genau das Zeitfenster zu treffen, indem Luahoko fast letztmalig gebucht werden kann und in dem man bereits eine Chance hat, verfrühte Buckelwale zu sehen. Wenn die offizielle Walsaison beginnt, vermieten sie die Insel ja nicht mehr, ganz an diesen Ultimo kommen wir aber nicht heran, aber ich muß da auch auf meine Kollegin Rücksicht nehmen, die auch gern in den Sommerferien Urlaub haben möchte. Wir sind hier 1:1-Vertretungen und da ist es ein großes Geschenk, wenn man sich gut versteht und gut zusammenarbeitet, das würde ich nicht riskieren wollen, um wegen einer blöden Reise meinen Willen durchzusetzen, das ist es nicht wert. Ich rechne mir von daher keine allzugroßen Chancen aus, daß wir Wale sehen, aber es ist ein Versuch. Ob es dann weniger windig ist, wird man sehen, die Wetterlage war wohl ohnehin ungewöhnlich und hat nichts mit der Trockenzeit zu tun, von daher kann uns das durchaus wieder passieren.
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Suse » 05 Jul 2019 14:02

Karambesi hat geschrieben:
02 Jul 2019 10:44
Vielen lieben DANK für diesen wirklich tollen Reisebericht von Euch.
Einfach Klasse, habe ihn so gerne gelesen und Mitverfolgt.

Die Woche Einsam auf der Insel, war ein besonderer "Zungenschnalzer" .
Das wird euch auch ewig begleiten.

Und großen Respekt, diese Flugzeiten wären für mich heute undenkbar.
Versuch es doch mit längeren Zwischenstops, so daß die Flüge nicht am Stück absolviert werden müssen. Es gibt überall Drehkreuze nach Tonga, wir bauen nächstes Jahr ein bißchen Melanesien ein, da bleiben wir dann auch eine Weile. Die diesjährige Anreise wollen wir so auch nicht nochmal. Die Flugzeiten waren einfach zu ungünstig, 9 Stunden Aufenthalt in Auckland nach dem langen Flug, das war wirklich die Hölle.
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Suse » 05 Jul 2019 14:03

Frenki hat geschrieben:
02 Jul 2019 17:06
Vielen Dank für den informativen und kurzweiligen Bericht, für die wunderbaren Fotos! Perfekt!!! :bounce:

Ach ja, ich bin jetzt Franchisenehmer - hab da ne Lücke entdeckt. Freu mich auf euren Besuch nächstes Jahr ...! :mrgreen:

Bild

Krabbenburger und Purzelshakes! Mit Drive-in, für Rollatoren! Wir sehen uns ...
Geil, endlich Plastikgeschirr und Pappschachteln. Kein Abwaschen mehr. :bounce:
Die Purzel werden aber nicht angerührt! 1955er Burger ist mein Lieblingsburger, daß der dann bitte vorrätig ist! :lol:
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Suse » 05 Jul 2019 14:09

foto-k10 hat geschrieben:
02 Jul 2019 19:45
Tonga-Vanille?
Zuerst dachte ich, die Vanilla tahitensis wäre gemeint ...
Aber Wikipedia meint, Tonga wäre der achtgrößte Vanilleexporteur mit 108 Tonnen in 2016.
Entweder hat der letzte Wirbelsturm die Plantage vernichtet oder die Königfamilie hat dafür gesorgt, dass ihr keine bekommt. :lol:
Nein, daran war ich selbst schuld. In meiner Naivität, oder nennen wir es lieber Arroganz, bin ich davon ausgegangen, daß ein Land wie Tonga seine Vanille noch lange nicht in Dr. Oetker-Glasröhrchen zu X Euro für zwei Schoten verkauft. Noch vor ein paar Jahren bekam man auf dem L'Union Estate Gelände die Seychellenvanille (die allerdings jetzt auch im Vergleich nicht so dolle ist) in dicken 100 Gramm-Bündeln für 20 Euro, auf der Réunion waren die guten Bourbon-Vanille-Bündel sogar noch billiger, das ist allerdings auch noch ein bißchen länger her. Da bin ich fälschlicherweise davon ausgegangen, daß ich die in Nuku'alofa auf dem Markt bergweise für schmales Geld an mich raffen könnte.

Der exklusive kleine Laden, in dem sie die verkaufen (man kann übrigens auch weltweit online bestellen) heißt Heilala und befindet sich in der gleichen Straße, in der der Markt ist, in einem Geschäftsgebäude, ich habe das Firmenschild später zufällig beim Durchschauen der Fotos gesehen. Immerhin habe ich noch am Flughafen zwei Schoten gekauft, aber die Preise gehen gar nicht.

https://www.heilalavanilla.com/collecti ... 9377181445

Der Name Heilala bringt mich übrigens noch auf einen kleinen Nachklapp zum Reisebericht unter dem Motto "was nicht im Reiseführer steht". :wink:

Die Heilala ist sozusagen Tongas Nationalblume und macht hübsche kleine rote Blüten. Immer im Juli blüht sie, was traditionell mit einem mehrtägigen Fest begangen wird. Da der aktuelle Regent Tupou VI am 4. Juli Geburtstag hat, wird es derzeit immer in die erste Juliwoche gelegt, dann ist das ein Abwasch. Im Rahmen dieser Veranstaltungen, die sehr schön und stimmungsvoll sein sollen, findet auch die Kürung der Miss Tonga statt. Dabei ist es Tradition, daß die letztjährige Miss eine Abschiedsrede hält, und die ist dieses Jahr wohl ganz im Sinne der Seleka Art Initiative ausgefallen, wenn ich an die großflächige Wandmalerei mit dem Titel "Courage of a Tongan Woman" denke (das Bild ist irgendwo zwei Seiten vorher im Reisebericht). Die scheidende Miss hat es der Obrigkeit wohl in ihrer Rede richtig gegeben, was es bedeutet, eine junge tonganische Frau zu sein und wie sie während ihrer Amtszeit behandelt worden sei. Auf Veranlassung des Premierministers wurde ihr mitten in der Rede der Stecker aus dem Mikro gezogen. :lol:
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Klara » 06 Jul 2019 14:42

Suse hat geschrieben:
05 Jul 2019 13:49
Und das ist genau das Problem dabei, mit echten, frischen Zutaten, wirst Du halt niemals diesen künstlichen Blendi-Geschmack hinkriegen. :lol:

Hast Du eigentlich inzwischen mal Aloudah selbst gemacht? Ich nicht, obwohl das Agar-Agar, oder wie das heißt, schon ein paar Monate hier liegt. Ist wahrscheinlich schon abgelaufen. :lol:
Blendi hatte ich sicher als Kind mal ne Tube, Himbeer, weiß gar nicht ob es nur diesen Geschmack gibt, aber wir waren ein sparsamer Haushalt, da gab es eher weniger noble Produkte. Habe aber auch keine so positive Erinnerung daran. Meine positive Erinnerung war Prickel Pit Zitrone, als ich das später mal irgendwo sah und kaufte, war die Enttäuschung aber herbe :lol:

Alouda habe ich nicht gemacht, da habe ich ein Post gelesen, dass sich die Basilikumsamen bei jemandem in den Zahnfleischtaschen gesammelt haben, da war mein Elan dann weg.
LG
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von foto-k10 » 06 Jul 2019 20:41

Suse hat geschrieben:
05 Jul 2019 14:09
Die scheidende Miss hat es der Obrigkeit wohl in ihrer Rede richtig gegeben, was es bedeutet, eine junge tonganische Frau zu sein und wie sie während ihrer Amtszeit behandelt worden sei. Auf Veranlassung des Premierministers wurde ihr mitten in der Rede der Stecker aus dem Mikro gezogen. :lol:
Lass mich raten: sie hat jetzt eine Anstellung im königlichen Palast?

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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von mr.minolta » 08 Jul 2019 00:54

foto-k10 hat geschrieben:
06 Jul 2019 20:41
Lass mich raten: sie hat jetzt eine Anstellung im königlichen Palast?
Oh ja! Als Fußbänkchen... :lol:

Vielen Dank für Eure tolle Resonanz! Ich war ein paar Tage außer Haus und offline und konnte das alles erst heute abend lesen.

Suse hat es mit den letzten Worten in ihrem Fazit zur Reise schon angesprochen: ich war bereits im Vorfeld davon überzeugt, mit dem Aufenthalt auf der Insel eine extreme Erfahrung zu machen. Extrem im negativen oder positiven Sinne, aber auf jeden Fall extrem. 10 Tage Regen, Unfall, Verletzung oder Krankheit, Schwierigkeiten mit der Wasser- und Nahrungsversorgung, das alles hätte theoretisch passieren können. Für den Fall einer problemlosen Zeitverbringung erwartete ich aber, da nicht so ohne weiteres wieder wegzuwollen... :wink:

Schon am dritten Tag platzte es dann aus mir heraus: "kannst du dir vorstellen, das im nächsten Jahr gleich nochmal zu machen?". Ich kam gerade von der zweiten Inselumrundung des Tages zurück und hatte Hunderte von Tierfotos im Kasten. Wie auch immer, ich konnte den Satz ja kaum beenden, da kam schon die Antwort: "jajaja"! Bild

Ihr dürft uns also für's nächste Jahr die Daumen drücken! Bild
Man sieht es und man glaubt es kaum:

Seychellen?

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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von quaxi » 11 Jul 2019 14:21

Hallo Suse, hallo Mr. Minolta!
Ich hab mich gerade von meinem Schreibtischstuhl wieder hochgerappelt, nachdem ich heute noch das Ende eures Reiseberichts gelesen hab. Wie schon hier weiter oben geschrieben: "Eine, die gut schreiben kann, einer der gut fotografieren kann" machen eine wunderbare Reise! Ihr könntet wirklich Bücher schreiben von euren Reisen, jedes Jahr eines. Da würden alle schon auf die Fortsetzung warten. :D
Danke für den ausführlichen, interessanten Bericht!!!! :bounce:
Bin etwas verspätet dran, aber ich wollte mich zuerst durch alles durchlesen. Darum wäre es mir auch recht, wenn ihr das in ein Buch verpacken könntet, das wäre dann schön für den Liegestuhl im Garten. Obwohl, mit einem größeren Bildteil wird's dann auch schwer in den Händen. :D
Besonders gefällt mir, was ihr über euer jeweiliges Reiseland alles wisst! Ich mein, ich bereite mich auch auf meine Reisen vor, aber euer geschichtliches Wissen und über die Natur, lässt mich immer wieder vermuten, dass wir es hier mit zwei Forschern zu tun haben.
Suse, ich hatte Gänsehaut bei der Beschreibung deines Kirchenbesuches - ich stell es mir unglaublich schön vor.
Euer Traumaufenthalt auf der kleinen Insel liest sich herrlich, wäre aber für mich nichts. Ich hab lieber Strom, Bad, und Liegestuhl. :lol: Und deine Beschreibung vom Aussteigen aus dem Boot - da haben wir ja letztes Jahr schon eine Gemeinsamkeit entdeckt. :wink:
Was mir als erstes eingefallen ist, wie Du deine Kocherei auf der Insel beschrieben hast, das ist der Film "Verschollen" mit Tom Hanks - "ICH HABE FEUER GEMACHT!" Ich hoffe ihr kennt den Film? Mein Mann und ich haben da einen running gag daheim, wir sagen bei jeder Gelegenheit: "da muss Luft ran". Ansonsten bitte hier schauen: https://www.youtube.com/watch?v=eBoiZH8Go4I
Ich fand auch interessant, dass ihr keinen Fisch auf der Insel gegessen habt, versteh ja den Hintergrund. Aber Tom Hanks hat sich auf seiner Insel zwangsweise nur von Fisch und Kokosnüssen ernährt. Und dann hat ihn jemand - nachdem er nach über zwei Jahren wieder gefunden wurde in der Zivilisation gefragt, ob er mit ihm nicht mal wieder angeln gehen möchte. :lol:
Und ja, wenn man von einer Insel nicht weg kommt - da gibt's auch so einen schönen Teil in dem Film - Tom Hanks auf Deutsch: "noch nicht .... noch nicht..... " - und dann fliegt er über die Wellen: https://www.youtube.com/watch?v=FiiCxvGnkA8
Ich musste dauernd an die oben genannten Szenen denken, weils einfach mein Lieblingsfilm ist.
Ihr kennt wahrscheinlich auch das Buch "Der Papalagi", die Reden eines Südseehäuptlings?

Auf jeden Fall find euren Bericht und die Fotos wunderbar. Ich versteh, dass ihr das noch mal machen möchtet. Obwohl es ja schon wirklich eine Reise um die Welt ist, alle Achtung!

VIELEN LIEBEN DANK!!!!!

LG Quaxi
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von mr.minolta » 11 Jul 2019 23:03

quaxi hat geschrieben:
11 Jul 2019 14:21
"Verschollen" mit Tom Hanks - "ICH HABE FEUER GEMACHT!" Ich hoffe ihr kennt den Film?
Ja klar kennen wir den! :D

Vielen Dank für Deine schönen Worte! Wir hätten ja nicht gedacht, daß wir mit dem Bericht solche Begeisterung würden auslösen können und es freut uns sehr, daß Ihr dabei wart. Nächstes Jahr wird er vielleicht nicht so umfangreich werden, aber schauen wir mal... :wink:



Bild
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Suse » 12 Jul 2019 19:49

quaxi hat geschrieben:
11 Jul 2019 14:21

Besonders gefällt mir, was ihr über euer jeweiliges Reiseland alles wisst! Ich mein, ich bereite mich auch auf meine Reisen vor, aber euer geschichtliches Wissen und über die Natur, lässt mich immer wieder vermuten, dass wir es hier mit zwei Forschern zu tun haben.
Suse, ich hatte Gänsehaut bei der Beschreibung deines Kirchenbesuches - ich stell es mir unglaublich schön vor.
Der Kirchenbesuch war auch wirklich schön. Wenn wir nicht am nächsten Tag abgereist wären, wäre ich am darauffolgenden Sonntag gleich wieder hingegangen.

Forscher sind wir jetzt eher keine, es geht uns ja nicht darum, irgendwas Neues zu entdecken, um das dann nachher zuhause präsentieren zu können. Das ist einfach Interesse am Land. Ich habe kürzlich ein Buch über ein paar Weltumsegler gelesen, da standen ein paar ganz kluge Dinge drin, wie der Satz, daß Touristen oft nur die Hauptrolle in ihrem eigenen Film spielen und die Menschen, die sie an den exotischen Orten treffen, sind Statisten, die nur in ihrer Nebenrolle im Drama des Reisenden auftreten. Mir genügt das halt nicht, die nur diese Facette eines Landes wahrzunehmen, die meinen Aufenthalt dort tangiert. Ich muß immer wissen, wie die Menschen hinter der Fassade, die dem Tourismus gezeigt wird, leben, was sie bewegt, welche Probleme es gibt, wie die Lebensverhältnisse, vor allem die der Frauen, sind. Das interessiert mich eben. So wie zum Beispiel auf den Seychellen, wo ich anfangs auch gedacht habe, dieses reservierte, fast unfreundliche Auftreten, das mir dort häufiger begegnet ist, sei halt die Mentalität, die eben nicht so herzlich ist, wie etwa auf Mauritius. Als ich dann irgendwann soviel über die Historie der Seychellen gelesen hatte, daß ich wußte, daß die meisten der Seychellois, die heute im mittleren Alter sind, vermutlich noch in sozialistischen Umerziehungslagern beigebracht bekommen haben, daß der Tourismus und die kapitalistischen Fremden der Feind sind, konnte ich das viel besser verstehen.

Alles andere, also so das Historische, das kann man ja in einem guten Reiseführer nachlesen. Wobei es über Tonga sehr wenig Reiseführer gibt, das Land muß sich die immer mit Samoa oder allgemein Polynesien teilen und bekommt nur ein paar Seiten ab.
deine Beschreibung vom Aussteigen aus dem Boot - da haben wir ja letztes Jahr schon eine Gemeinsamkeit entdeckt. :wink:
Ja, da stelle ich mich leider immer ziemlich dämlich an bei sowas, aber gottseidank bin ich ja nicht die einzige. :wink: Dazu muß man sagen, daß das tatsächlich nicht ganz ohne war, der Bug war schon recht hoch und das Boot wurde von den Wellen immer ein Stück auf den Strand geworfen und wieder rausgezogen, das war schon ganz schön in Bewegung und man hatte ja nichts zum Festhalten. Beim Abholen war dann auch eine Frau zum Tragen helfen mitgekommen, die ist beim Absteigen über den Bug dann auch prompt gestürzt, hat sich aber im Stand nichts getan.
Was mir als erstes eingefallen ist, wie Du deine Kocherei auf der Insel beschrieben hast, das ist der Film "Verschollen" mit Tom Hanks - "ICH HABE FEUER GEMACHT!" Ich hoffe ihr kennt den Film?
Klar kennen wir den. Super Film. Es tut mir leid, Wilson! Das ist so traurig.

Ihr kennt wahrscheinlich auch das Buch "Der Papalagi", die Reden eines Südseehäuptlings?
Ich hab davon gehört, aber gelesen habe ich es nicht. Das Buch, das ich im Reisebericht erwähnt habe, Rückkehr durch die Hintertür von Epeli Hau'ofa, das ist vermutlich so ähnlich, nur daß es keine Reden sind, sondern satirische Kurzgeschichten, und der Autor eher sein eigenes Volk auf die Schippe nimmt, wie sie sich der westlichen Zivilisation halt verweigern und daß das dann auch nicht immer gut ausgeht. Das Buch war ein guter Einblick in die Mentalität der Tonganer.

Schön, daß Dir der Reisebericht gefallen hat. Wie mr.minolta schon geschrieben hat, wenn nächstes Jahr alles klappt mit der Reise, dann schreiben wir wieder was, aber das wird sicher weniger umfangreich.

Viele Grüße,

Suse
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Klara » 13 Jul 2019 14:37

Suse hat geschrieben:
12 Jul 2019 19:49
Das ist einfach Interesse am Land. Ich habe kürzlich ein Buch über ein paar Weltumsegler gelesen, da standen ein paar ganz kluge Dinge drin, wie der Satz, daß Touristen oft nur die Hauptrolle in ihrem eigenen Film spielen und die Menschen, die sie an den exotischen Orten treffen, sind Statisten, die nur in ihrer Nebenrolle im Drama des Reisenden auftreten.
Ach, ich denke, da gibt es verschiedene Genre. Der eine beschreibt halt sein Boot, die Probleme mit dem Wetter,...das Segeln ist die Herausforderung, die Menschen an den Anlegestellen halt tatsächlich nebensächlich.
Suse hat geschrieben:
12 Jul 2019 19:49
Mir genügt das halt nicht, die nur diese Facette eines Landes wahrzunehmen, die meinen Aufenthalt dort tangiert. Ich muß immer wissen, wie die Menschen hinter der Fassade, die dem Tourismus gezeigt wird, leben, was sie bewegt, welche Probleme es gibt, wie die Lebensverhältnisse, vor allem die der Frauen, sind. Das interessiert mich eben. So wie zum Beispiel auf den Seychellen, wo ich anfangs auch gedacht habe, dieses reservierte, fast unfreundliche Auftreten, das mir dort häufiger begegnet ist, sei halt die Mentalität, die eben nicht so herzlich ist, wie etwa auf Mauritius. Als ich dann irgendwann soviel über die Historie der Seychellen gelesen hatte, daß ich wußte, daß die meisten der Seychellois, die heute im mittleren Alter sind, vermutlich noch in sozialistischen Umerziehungslagern beigebracht bekommen haben, daß der Tourismus und die kapitalistischen Fremden der Feind sind, konnte ich das viel besser verstehen.

Ach ja, dass die Seychellois sozialistisch geprägt sind, weiß doch jeder, aber die Leute auf Mauritius gehen finde ich auch miteinander viel kommunikativer und herzlicher um. Wenn man da mit dem Bus fährt ist doch ein ständiges Geschnatter, Umsetzten, Musizieren, Singen zu erleben, das habe ich auf den Seychellen nicht erlebt. Also nicht nur das Gebaren dem Klassenfeind gegenüber
Suse hat geschrieben:
12 Jul 2019 19:49
Wie mr.minolta schon geschrieben hat, wenn nächstes Jahr alles klappt mit der Reise, dann schreiben wir wieder was, aber das wird sicher weniger umfangreich.
Muß doch gar nicht weniger umfangreich werden, Erlebnisse am Wegesrand ergeben sich doch sicher auch wieder reichlich
LG
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von quaxi » 15 Jul 2019 13:10

Ja, ihr habt recht. Es ist wohl so, dass man sich im Urlaub mal nur um die eigenen Interessen oder ev. auch Probleme kümmert - die Anreise, das Zimmer, welche Ausflüge kann ich machen ....
Ich kann von mir sagen, dass ich auch nach vielen Reisen in die Tropen immer wieder von der Natur verzaubert bin, und aus dem Staunen nicht raus komme, auch wenn ich viele Blumen oder Vögel schon öfter gesehen hab. Ich kenn das auch anders: es gibt Leute die sagen, ich war schon mal auf Safari, Giraffen hab ich gesehen, also brauch ich nicht mehr auf Safari gehen. - Mir gehts nicht so. In Afrika kann ich in der Tierwelt schon einige unterschiedliche Antilopen unterscheiden, aber ich weiß nicht, wie die eine oder andere Krabbe heißt. Bei den Vögeln kenn ich nur wenige, aber ein paar schon. :D
Auf den Seychellen finde ich die Menschen sympathisch, nicht unfreundlich, aber eher reserviert. Das finde ich aber OK. Ich beobachte die Menschen gerne, generell. Aber ich hab beim Busfahren viele kleine schöne Beobachtungen gemacht. Das die Leute schon aufeinander schauen, aber das ohne viele Worte tun. Wir haben gerne mit dem Fahrer gesprochen, der uns immer zum Restaurant Le Reduilt gebracht hat, oder mit Paul, der uns zweimal wirklich sehr gutes Curry gekocht hat. Mit den Leuten im Bus kommt man nur ins Gespräch wenn man sich nicht auskennt und jemanden fragt, bekommt aber sofort Auskunft und Hilfe. Ich hab mal die Klingel zum Aussteigen betätigt und die ging auf meinem Platz nicht, ich glaub mind. 3 verschieden Personen haben das gecheckt und für uns gedrückt. Auch bei den Haltestellen, auf Nachfrage ob man hier auch richtig steht, oder wann der Bus kommt, sind die Leute immer behilflich.
Es gibt bei den Reisen immer wieder Geschichten, die mich besonders berühren oder beeindrucken, die merke ich mir dann schon. Aber so gut wie ihr bin ich da bei weitem nicht.
Ich habs ja schon mal geschrieben, mein Herz liegt in Kenia - immer noch, obwohl wir jetzt eine Zeitlang nicht dort waren. Aber da hab ich ein besonders Verhältnis zu den Einheimischen, weil sie mit ihrer Sprache und ihrer Offenheit schnell ein Herz erobern. Es gibt so viele kleine Dinge, die ich nicht vergessen kann. Das passiert mir auf den Seychellen nicht so schnell. Der letzte Satz, den ein Kenianer zu mir gesagt hat, war beim Einsteigen in das Flugzeug, auf der Gangway, da stand ein Soldat mit Gewehr. Er sagte nur im Vorbeigehen: "Please, come again!".

LG Quaxi
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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von mr.minolta » 15 Jul 2019 16:54

quaxi hat geschrieben:
15 Jul 2019 13:10
Er sagte nur im Vorbeigehen: "Please, come again!".
Das hat man uns auch gesagt! :wink:


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Re: Dschungelcamp an der Datumsgrenze

Beitrag von Klara » 15 Jul 2019 18:21

mr.minolta hat geschrieben:
15 Jul 2019 16:54
quaxi hat geschrieben:
15 Jul 2019 13:10
Er sagte nur im Vorbeigehen: "Please, come again!".
Das hat man uns auch gesagt! :wink:


Bild
Der Süße hat keine Knarre in der Hand, aber schon ne Art Stahlhelm auf :lol:

Bei meinen spanischen Städtereisen in letzter Zeit sehe ich nur immer Aufschriften mit den Tenor "tourist go home" oder dergl.
LG
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